Krematorium Sednaya

Am Vorabend der nächsten Genfer Konferenz über Syrien gibt es eine neue Sensation. Assad hat bei dem berüchtigten Gefängnis ein Krematorium errichtet. Dort werden die wöchentlich 50 umgebrachten Häftlinge verbrannt.


Die Quelle ist das amerikanische Aussenministerium, das uns als verlässlich bekannt sein dürfte. Nach dem Echo auf Twitter gibt es immer noch genug Leute, die so etwas ernst nehmen. Allerdings hat sich diesmal AI, Amnesty International, nicht für diese Idee einspannen lassen.

Der amtierende Aussenminister hat von dieser Kampagne kaum eine Ahnung, wenn er heute (15.05.17) von einer positiven Entwicklung in Syrien spricht.

Vor 18 Minuten   (15.05. 22 Uhr)

ANNOUNCEMENT Syria’s political future should be decided by Syrians

 If you’re a Syrian, I’d be looking for cover right about now

Sollte sich nicht einmal der amerikanische Botschafter, oder eine unabhängige Kommission damit befassen? Aber keine Sorge, die Untersuchung von Chan Scheikun (Giftgasangriff vom 4. April) lässt immer noch auf sich warten.

Inzwischen hat Frankreich eine Untersuchung in Sednaya gefordert, auch sollen Mitarbeiter des Roten Kreuzes teilnehmen. Wir dürfen gespannt sein, wie schnell sie dort eintreffen, um das Krematorium zu besichtigen. Der französische Bericht erklärt auch, warum dort ein Krematorium sein sollte, der Schnee auf einem Dach war geschmolzen (in Syrien, 500 m Meereshöhe). Es ist kaum anzunehmen, dass dort eine solche Einrichtung erstellt wurde, weil Muslime die Feuerbestattung ablehnen, auch die Alawiten sind immerhin dieser Kultur verbunden. Natürlich passt es zu dem Bild des Menschenhassers Assad, dass er sich über solche Bedenken hinwegsetzt. Allerdings hat er bei den zahlreichen Waffenstillständen die Terroristen mit Waffen und Familien  in grünen Bussen nach Idlib transportieren lassen.(reconciliation)

Bei moonofalabama sind noch weitere Erklärungen abrufbar.

Ein Zeuge aus dem Gefängnis von Sednaya hat noch einen schönen Beitrag geleistet. Sie bekamen in den Zellen, die für 5 Insassen geplant waren, mit etwa 50 weiteren Leidensgenossen, eine Suppe, in der manchmal Blut war, das sicher von den getöteten Opfern stammte. Es war eine Abwechslung, weil es salzig schmeckte. Im Netz findet man alles über den Geschmack von Blut: metallisch, salzig, süss. Ich meine, wegen der Zuckerbestandteile ist salzig auszuschließen. Die gute Blutwurst braucht auch noch viel Salz und Pfeffer. Soviel zur fantastischen Ausgestaltung. Übrigens spricht der unsägliche Bericht von AI aus dem letzten Februar von Erhängten, wobei kein Blut austritt. Noch eine Steigerung findet man durch die zahlenmäßige Komponente. Im Februar waren es 50 Erhängte pro Woche, jetzt sprechen die Experten des amerikanischen Aussenministeriums  von 50 Opfern pro Tag, womit wir lässig die Gesamtzahl über vier Jahre von 60 000 Gehængten erreichen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt eine Beobachtung, dass Lügengeschichten sich selbst diskreditieren, wenn nur lange genug draufgesattelt wird. Man wird sehen, wann die Terrorunterstützer sich selbst genug lächerlich gemacht haben, und wie lange die Gemeinde der westlichen Wertegemeinschaft braucht, um da durchzublicken.

In dem Gefängnis befinden sich nach meinen Informationen 90 % Häftlinge aus IS, Al Nusra und weiteren international gelisteten Terrororganisationen. Es gibt Unterstützer, die deren Freilassung fordern – das müssen die üblichen gut informierten und  guten Menschen im Westen und in den Golfstaaten sein.

An anderer Stelle wurde das Gefängnis von Aleppo, im Norden der Stadt, im April 2014 befreit. Von einer zweijährigen Belagerung, in deren Verlauf über 1000 Terroristen den Tod fanden. Innerhalb des Gefängnisses waren etwa 2500 Inhaftierte und 600 Bewacher, darunter Soldaten der syrisch arabischen Armee, SAA. Sie wurden von außen mit Nahrung versorgt, auch die UN konnte gelegentlich mit Lieferungen durchdringen. Ein Teil der Gefangenen bekam Waffen, um das Gefängnis zu verteidigen, die Rationen wurden mit den Bewachern geteilt. Ein Trakt des Gefängnisses mit Al Kaida und IS erhielt nur die nötigste Zuteilung. Am Ende fand man dort in der verbarrikadierten Stellung der entschlossenen Regierungsgegner einen Toten, die übrigen hatten die Belagerung überstanden. Die loyalen Gefangenen hatten kein Interesse, sich mit diesen Terroristen zu solidarisieren, da sie zu wenig salafistisch eingestellt waren. Sie befürchteten, nach der Einnahme des Gefängnisses umgebracht zu werden.

In der Nähe war zur gleichen Zeit das modernste Krebskrankenhaus, Al Kindi nach langer Belagerung in die Luft gesprengt worden. Wie viele Ärzte dort umgekommen sind, hat im Westen niemand interessiert.

Das Industriegelände von Scheik Najaar, das ebenfalls im Norden von Aleppo liegt, wurde ausgeraubt und zerstört. Inzwischen finden dort wieder ein paar tausend Menschen Arbeit.

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